Am Anfang stand die Schöpfung. Und am sechsten Tag, als Erde und Himmel geschaffen waren, schuf Gott die Tiere, um sie in jeder möglichen Art und für alle möglichen Zwecke zu bevölkern. Am siebten Tag schuf Gott die Menschen als den Herrn über die ganze Welt und über die Tiere. Aber der Mensch sollte unter all diesen Tieren nicht einsam sein, so schuf Gott ein Tier als des Menschen besten Freund - den Hund . Und er schuf Hunde in vielen verschiedenen Formen, so dass jedermann sich seinen Lieblingsgefährten selbst auswählen konnte - große und kleine, kurze und lange, braune, schwarze, weiße, gescheckte, gestreifte, zotthaarige und glatthaarige. Und Gott sah, dass sie gut waren. Es gefiel Gott so gut, dass er beschloss : "Ich möchte noch einen Hund schaffen, der das Allerbeste ist, einen besser als all die anderen Hunde. Er soll alle Schönheit, Kraft, Schnelligkeit und Mut besitzen, vereint mit subtiler Loyalität, Adel, Wachsamkeit und Freundlichkeit." So nahm der Herr weichen Ton, formte daraus den idealen Hund in der Gestalt eines Boxers. Insbesondere gab er ihm eine schöne, lange, empfindliche und elegante Nase, wirklich das Schönste, was es an Nasen gab. Als Gott die Form zum Härten wegstellte, war er sehr zufrieden und sagte : "Wahrhaftig, dies ist der perfekte Hund!" Abgesehen davon, dass dieser Boxer noch nicht gefestigt und gebrannt war, war er doch in allen anderen Teilen vollendet, er hörte, was Gott über ihn sagte. Dies erfüllte ihn mit großem Stolz. Als er deshalb von dannen zog, sagte er zu den anderen Hunden : "Ich bin der perfekte Hund, ich weiss es, ich hörte Gott dies sagen. Schaut mich an, ihr müßt alle zugeben, dass ich ein viel besserer Hund bin als ihr." Die kleinen Hunde stimmten sofort zu, die mittelgroßen Hunde waren nicht so ganz sicher, waren aber auch nicht bereit, sich mit ihm in dieser Frage zu streiten, aber die großen Hunde, sie waren entschieden verletzt, beleidigt - waren sie denn nicht alle größer und kräftiger als dieser Boxer?  Darüber sprachen sie viel, hänselten den Boxer seiner Größe wegen, bis sich der Boxer voller Wut auf den größten Hund stürzte. Aber oh weh! Er hatte völlig vergessen, dass er noch immer weich war, seine wunderschöne Nase, ja die symmetrische Vollendung aller Nasen, wurde platt gedrückt, sein elegantes Gesicht war voller Falten, und als er das sah, wurde er sehr traurig. Gott, der dies alles mit angesehen hatte, lächelte und sagte: "Da Du mein Liebling bist, sollst Du nur die Strafe bekommen, die Du Dir selbst zugefügt hast. Für alle Zeiten musst Du Dein Gesicht so tragen, wie Du es Dir heute selbst geschaffen hast." Dies ist wahr, kein Zweifel erlaubt, denn bis zum heutigen Tage begegnet der Boxer allen kleinen Hunden mit großer Höflichkeit, wird nie einen verletzen. Aber den großen Hunden, ihnen hat er nicht vergeben! Und wenn sie ihn wieder provozieren, wird er sich immernoch voller Wut auf sie stürzen. Wer je sein Leben mit einem Boxer geteilt hat, wird genau verstehen, dass er der Lieblingshund Gottes war. Die bezaubernden Eigenschaften der Rasse, wie sie sich in dieser Folkloregeschichte spiegeln, dauern bis zum heutigen Tage an.

Quelle: Deutscher Boxer, Seite 6, Andrew H. Brace